Benzinpreis in zehn Jahren: wird der Rennsport zu einem Luxushobby?

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Wie jeder weiß, ist der Benzinpreis in zehn Jahren einem ständigen Auf und Ab unterlegen. Gerade im Rennsport machen sich hohe Preise natürlich bemerkbar und so manch einer kommt auf den Gedanken, dass dieses Hobby nicht mehr nur einfach besonders teuer ist, sondern dass es sich um puren Luxus handelt.

Der Benzinpreis in zehn Jahren: Fakten aus der Vergangenheit

Wenn man sich die folgende Übersicht anschaut, wird erkennbar, wie stark die Benzinpreise (für Superbenzin) in den Jahren 2005 bis 2015 geschwankt haben. Grund waren Wirtschaftswachstum und Finanzkrise, Hurrikan Katrina und der starke Preisrückgang bei der Rohölsorte Brent. Sie alle bewirkten – gemeinsam mit all den kleinen Hochs und Tiefs – die ständigen Schwankungen der Kraftstoffpreise.

2005 121,7 Cent
2006 128,0 Cent
2007 133,7 Cent
2008 138,9 Cent
2009 127,3 Cent
2010 140,5 Cent
2011 152,2 Cent
2012 159,8 Cent
2013 154,9 Cent
2014 149,3 Cent
2015 136,9 Cent

(Tabelle: Entwicklung Diesel-/Benzinpreis in zehn Jahren. Quelle: ADAC )

Leicht erkennbar sind die starken Schwankungen in den einzelnen Jahren, ebenso der Rückgang der durchschnittlichen Benzinpreise nach 2014. Doch was bedeutet das für den Rennsport?

Benzinpreise im Rennsport

Im Rennsport wird jede Menge Kraftstoff verbraucht – jeder weiß, dass hier nicht gerade spritsparend gefahren wird. Schnelles Anfahren, harte Stopps und danach sofort wieder Vollgas: Die Autos verbrauchen Unmengen an Benzin und sind mit modernen Straßenfahrzeugen gar nicht vergleichbar. Kein Rennauto der Welt wird jemals mit drei oder vier Litern auskommen. Die Boliden verbrauchen deutlich mehr, was auch billigend in Kauf genommen wird. Doch die jeweiligen Preiserhöhungen treffen einen Rennfahrer dann natürlich besonders hart. Vor allem die, die ihre Fahrzeuge nicht gesponsort bekommen, müssen auf jeden Cent achten und dürften von einem gestiegenen Benzinpreis in zehn Jahren nicht begeistert sein.

Um die gestiegenen Benzinpreise ein wenig aufzufangen, gibt es immer wieder Aktionen von Aral, bei denen die Fahrzeuge in der Formel 3 mit Benzin ausgestattet werden. Dabei handelt es sich aber nicht um das Benzin, welches besonderen Anforderungen im Rennsport genügen soll, sondern es wird auf den Kraftstoff gesetzt, der auch an der Zapfsäule für jedes andere Fahrzeug zu tanken ist. Dies ist auch nicht weiter schlimm, wenn alle Fahrzeuge damit ausgestattet werden und niemand ein „besonderes“ Benzin tankt, das dem Motor zu mehr Leistung verhilft.

Konsequenzen für den Rennsport

Im Rennsport ist es ganz einfach: Entweder, es wird gefahren oder eben nicht. Wer fahren will, muss tanken und dann sind die aktuellen Benzinpreise egal. Auch wenn es so manchem Hobbyrennfahrer weh tun wird, wenn der Bolide vollgetankt werden muss: Möchte er fahren, muss er das in Kauf nehmen. Benzin sparen beim Rennen fahren ist nicht möglich, hier kommt es darauf an, so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen und nicht so verbrauchsorientiert wie möglich zu fahren. Wer Spaß am Rennsport hat, wird sich auch in Zukunft das Fahren nicht vermiesen lassen und kaum jemand wird aus Kostengründen Trainings absagen, selbst wenn der Benzinpreis sich in zehn Jahren verdoppelt.

Wer sich einmal mit dem Rennvirus infiziert hat, kommt aus der Sache nicht mehr heraus und nimmt gestiegene Preise in Kauf. Denn im Gegensatz zu den Autofahrern, die normal auf der Straße unterwegs sind und selbst entscheiden können, ob sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Pkw fahren, haben echte Rennfahrer keine Wahl. Sie können sich schließlich schlecht zu Fahrgemeinschaften zusammenfinden und damit Benzin sparen. Allerdings könnte es durchaus sein, dass an anderen Stellen gespart wird, damit der teure Rennsport weiter finanziert werden kann. Man nehme hier das Beispiel eines Hobbyrennfahrers: Dieser möchte unbedingt seinem Hobby weiter nachgehen, muss aber die Kosten durch den fehlenden Sponsor zum großen Teil selbst tragen. Er wird im privaten Bereich sparen, auf Urlaubsreisen und andere Annehmlichkeiten verzichten, damit er sich sein Hobby finanzieren kann. Berufsrennfahrer mit Sponsor dürften die Erhöhungen kaum treffen, denn auch die Sponsoren sind in der Regel derartig gut gestellt, dass ihnen ein paar Cent pro Liter mehr au dem Benzinpreis in zehn Jahren nichts ausmachen und sie deshalb nicht die Finanzierung und das mit dem Sponsoring verbundene Marketing einstellen.


Bildnachweis: © Fotolia – blackday

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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