Studie: Große Preisunterschiede für Führerschein in Deutschland

19.05.2010 | Leipzig
Kosten liegen zwischen 800 und 2000 Euro. 130 Fahrschulen befragt. Teuerste in Baden-Württemberg, günstigste in Sachsen-Anhalt. Alle 16 Bundesländer erhoben

Durchschnittlich kostet ein Führerschein der Klasse B in Deutschland 1.337 Euro. Das sind die Erkenntnisse einer umfangreichen Studie des Kfz-Portals auto.de. Am günstigsten ist demnach der Führerschein in einer Fahrschule in Sachsen-Anhalt mit 800 Euro. Am teuersten ist er bei den sonst so sparsamen Schwaben: Im Baden-Württembergischen Örtchen Mercklingen müssen Fahrschüler den Umfrageergebnissen zufolge bis zu 2000 Euro auf den Tisch legen. Damit wäre der Führerschein dort um stolze 150 Prozent teurer als in der günstigsten befragten Fahrschule. Für die Studie wurden bundesweit 130 Fahrschulen sowohl in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern als auch in Kleinstädten und Gemeinden befragt. Die Fragestellung war dabei immer die gleiche: Wie viel zahlen im Schnitt Fahrschüler, bis sie den Führerschein erworben haben?

Am billigsten sind die Fahrschulen im Durchschnitt in Thüringen. Hier zahlen Fahrschüler laut auto.de lediglich rund 1.040 Euro bis zum Erwerb der Fahrlizenz. Das "teuerste" ostdeutsche Bundesland ist Berlin mit 1.400 Euro. In Westdeutschland ist der Stadtstaat Bremen mit 1.267 Euro am günstigsten. In Deutschland gesamt ist Bayern mit 1.660 Euro für Fahranwärter das teuerste Lernpflaster. Damit liegt der Freistaat mit rund 24 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Abgefragt wurden in der Studie aber nicht nur die Gesamtkosten, sondern auch die Details - zum Beispiel die Kosten für Theorieunterricht, Lehrmaterial, Fahrstunden und die praktische Prüfung. In allen Bereichen zeigen sich auch hier große Unterschiede im bundesdeutschen Vergleich. So sind die Übungsbögen und andere Lehrmaterialien in manchen Fahrschulen kostenfrei, in anderen kosten sie bis zu 80 Euro (bitte berücksichtigen: umfangreiche Tabellen/druckfähige Grafiken im Anhang).

Der Theorieunterricht selbst wird von den Fahrschulen in der Regel als Blockpreis abgerechnet. Fahrschulen aus Wiesbaden und Hannover bieten ihn bereits für 49 Euro an. Sie sind damit rund 600 Prozent günstiger als der teuerste Anbieter aus Frankfurt. In der Main-Metropole verlangt eine Fahrschule 340 Euro von den Schülern. Der bundesweite Durchschnittswert beläuft sich auf 174 Euro. Erhebliche Abweichungen gibt es auch bei den Fahrprüfungs-Kosten. Sie betragen in Deutschland rund 105 Euro. Die günstigste Prüfung bietet eine Fahrschule in Sachsen-Anhalt an (45 Euro), die teuerste ist in Nordrhein-Westfalen (225 Euro).

Für viele junge Menschen ist es immer schwieriger, die hohen Kosten für eine durchschnittliche Fahrstunde zu begleichen. Für 45 Minuten müssen in Deutschland im Schnitt 30 Euro auf den Tisch gelegt werden. Glücklich können sich wieder die Fahrschüler in Sachsen-Anhalt schätzen. Mit rund 22 Euro ist es für sie besonders günstig. In Bayern schlägt sich die große Wirtschaftskraft des Landes auch auf die Kosten für Fahrstunden nieder. Mit fast 34 Euro für 45 Minuten Autofahren ist der Freistaat für seine Fahranwärter am teuersten. Da häufig Doppelstunden pro Tag belegt werden müssen, leert sich das Portemonnaie gleich um fast 70 Euro.

Angesichts der großen Preisunterschiede empfiehlt auto.de-Manager Thomas Kuwatsch: "Ein direkter Vergleich der örtlichen Fahrschulpreise lohnt sich immer." Damit die Verbraucher in Deutschland einen guten Überblick zu den Fahrschul-Kosten erhalten, hat auto.de einen in Deutschland nahezu einmaligen, umfangreichen Servicebereich unter auto.de/fahrschulvergleich entwickelt. Hier können Fahrschüler unentgeltlich die Kosten vergleichen und Fahrschulen kostenlos ihre Preise eintragen.

Quelle: Pressemeldung Unister GmbH

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