Neuer Standard für Stoßfänger

23.02.2010 | München
Allianz Zentrum für Technik entwickelt neuen Crashtest. Stoßfänger müssen sich bei Unfall treffen. Fahrzeugschäden bei typischen Auffahrunfällen deutlich reduziert. Testverfahren seit 1. Januar 2010 in Deutschland Bestandteil der Versicherungseinstufung

Die meisten Auffahrunfälle ereignen sich im Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die Folge sind Fahrzeugbeschädigungen im Front- und Heckbereich. Bereits in den 1980er Jahren entwickelte das Allianz Zentrum für Technik (AZT) einen Crashreparaturtest mit dem Ziel, die Schäden am Fahrzeug bei Auffahrunfällen zu verringern. Dieser Test bildet bis heute für die Versicherungen die Grundlage für die Typklasseneinstufung. Die Fahrzeughersteller berücksichtigen ihn bei der Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle.

Der Autobesitzer profitiert davon durch geringere Fahrzeugschäden bei einen Verkehrsunfall. Optimaler Schutz im Fall von Kollisionen lässt sich jedoch nur dann erzielen, wenn die Stoßfänger beider Fahrzeuge kompatibel sind. Analysen im Allianz Zentrum für Technik (AZT) haben gezeigt, dass oftmals schmale und zu tief oder zu hoch angebrachte Querträger dazu führen, dass sich die Stoßfänger (Bumper) nicht treffen und in die weichen Strukturen des Fahrzeugs abrutschen. Die Reparaturkosten können in diesen Fällen zwei- bis dreimal höher sein als bei Fahrzeugen, deren Stoßfänger sich treffen und die Aufprallenergie wie vorgesehen aufnehmen.

Veränderung bis zu zwei Fahrzeugtypklassen möglich

Seit dem 1. Januar 2010 ist der neue AZT Bumpertest beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als Testverfahren ergänzend zum Typklasseneinstufungstest in Deutschland Pflicht. Ziel des neuen Tests ist es, die Kompatibilität der Stoßfänger zu gewährleisten.

"Mit dem AZT-Crashreparaturtest ist die Grundlage geschaffen, ein gutes Deformationsverhalten durchzusetzen. Unser Ziel muss es sein, dass sich die Stoßfänger beider Fahrzeuge bei einem Unfall wieder treffen und ein Abgleiten in die Fahrzeugstruktur verhindern", erklärt Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik.

"Seit dem 1. Januar 2010 ist der Bumpertest für alle neu auf den Markt kommenden Fahrzeuge zusätzlich zu dem üblichen Typklasseneinstufungstest verbindlich. Je nach Ergebnis kann sich die Versicherungseinstufung um bis zu zwei Klassen verändern".

AZT setzt international Standards

Der AZT-Crashreparaturtest wurde bereits 1999 in einen internationalen Verbund von Forschungsinstituten eingebracht und dort als internationaler Standard übernommen. Er wurde dort unter dem Namen RCAR Test (Research Council for Automobile Repairs) weiterentwickelt. Der neue AZT-Stoßfängertest wurde zusammen mit einer internationalen Arbeitsgruppe des RCAR unter der Federführung des AZT entwickelt und wird künftig international auch unter dem Namen RCAR Bumper Test eingesetzt.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

Quelle: Pressemeldung Allianz Deutschland AG

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