"Mit diesem Platz werden alle zufrieden sein"
Schon nach wenigen Ballwechseln zog die 22-jährige Turnierfavoritin aus Russland ein positives Fazit. "Der Platz spielt sich super", sagte sie zu Turnierdirektor Markus Günthardt. " Wir können uns hier wirklich optimal auf die French Open in Paris vorbereiten."
Der innovative Platz, der weltweit als "Conipur Tennis Force" vermarktet wird, bietet zwei große Vorteile: Er kann sehr schnell verlegt werden und wird sehr schnell hart. Das ist besonders wichtig, denn die Porsche-Arena ist eine kommerziell betriebene Halle, es stehen also nur eingeschränkte Auf- und Abbauzeiten zur Verfügung. Bei dem von Hans-Joachim Schneider und seiner Firma Sportas aus dem Münsterland entwickelten Belag, der von der Division Conica Technik der BASF Construction Chemicals Europe AG in Schaffhausen hergestellt wird, spielt der Zeitfaktor keine Rolle.
"Der Platz ist in 24 Stunden gebaut und, noch wichtiger, er ist in 24 Stunden hart", sagt Markus Günthardt. Dadurch konnte vor dem am Samstag beginnenden Turnier auch der gesamte Aufbau um den Platz herum, also zum Beispiel der Logen, so zügig erfolgen, wie es der enge Zeitplan vorsah. Bei der Suche nach der besten Lösung haben sich der Turnierdirektor und seine sportliche Leiterin Anke Huber viel Zeit gelassen. Erst am 19. Januar, nach einem letzten Test, war die Platzfrage geklärt: "Da haben wir uns für dieses Konzept entschieden und wir sind davon überzeugt, dass damit alle zufrieden sein werden."
Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Sandplatz, der einen rund 50 bis 60 Zentimeter hohen Unterbau aus den verschiedensten Materialien benötigt, ist der neue Court in der Porsche-Arena gerade mal 2,5 Zentimeter dick. Der Basisbelag besteht aus Tonsplitt, der mit einem Bindemittel vermischt und von einer lasergesteuerten Spezialmaschine absolut eben aufgetragen wird. Als Unterlage auf dem Hallenboden dient eine ganz normale Plastikfolie. Auf den Grundbelag wird roter Sand aus Ziegelmehl gestreut, der sich größtenteils in den Poren des Basisbelags festsetzt. Der Sand kommt aus Frankreich und ist mit einer Körnung von nur 0,1 Millimetern exakt derselbe, wie er bei den French Open in Roland Garros verwendet wird. Vor dem Ausstreuen wird der Sand mit einem umweltfreundlichen Spezialmittel vermischt, das der Luft Feuchtigkeit entzieht. Dadurch muss kein Wasser eingesetzt werden - der Platz hat auch so stets die optimale Feuchtigkeit. Ein weiterer Pluspunkt: Der Sand wird durch das Mittel so gebunden, dass es nicht staubt, wenn die Spielerinnen nach einem Ball rutschen.
"Von den Spieleigenschaften her ist der Platz in der Porsche-Arena zu 98 Prozent identisch mit dem von Roland Garros", verspricht sein Erfinder Hans-Joachim Schneider. "Der Belag ist sehr kompakt, auch beim Hin- und Herrutschen gibt es keine Vertiefungen. Und der Ballabsprung ist an allen Punkten immer gleich, so dass Platzfehler praktisch ausgeschlossen sind."
Der Aufwand an Material ist enorm. Allein für den rund 800 Quadratmeter großen Centre-Court in der Porsche-Arena, der ebenfalls den Roland-Garros-Abmessungen entspricht, werden fast 40 Tonnen Tonsplitt und etwa vier Tonnen Ziegelmehl verarbeitet. Insgesamt werden für den Porsche-Tennis-Grand-Prix fünf Plätze gebaut. Der Centre-Court in der Porsche-Arena, der Court 1 und der Trainingscourt in der Schleyer-Halle werden nach dem Turnier wieder abgebaut und entsorgt. Auch da hat Markus Günthardt eine ungewöhnliche Lösung gefunden: Das für diese Plätze verbaute Material soll im Straßenbau wieder verwendet werden. Das ist umweltfreundlich und senkt die Kosten.
Quelle: Pressemeldung Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
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