Bremer Umweltzönchen

ROBIN WOOD kritisiert: Loske ist vor Wirtschafts-Lobby eingeknickt

Am 1. Januar 2009 wird in Teilen des Bremer Stadtgebietes eine so genannte Umweltzone eingeführt, die die Bevölkerung besser vor Feinstaub aus dem Verkehr schützen soll. ROBIN WOOD hält Umweltzonen für notwendig und sinnvoll, kritisiert aber den zu kleinen Zuschnitt der Zone in Bremen sowie die zahlreichen Ausnahmeregelungen. Die Chance, die Bremer Luft sauberer und gesünder zu machen, bleibe ungenutzt.

Die Umweltzone umfasst in Bremen die Altstadt, die östliche Vorstadt sowie Teile Schwachhausens und der Neustadt. Somit endet sie an den Straßen, an denen - wie etwa bei der Neuenlander Straße - das Verkehrsaufkommen und die Feinstaubbelastung am höchsten sind.

Die freie Zufahrt zu den zentralen Parkhäusern für Fahrzeuge ohne Plakette schafft de facto eine Durchgangsstrecke, die die Umweltzone in der Mitte zerteilt. Niemand kann und wird kontrollieren, wer aus einem Parkhaus kommt, eines ansteuert oder wer einfach durchfährt. Zahlreiche weitere Ausnahmeregelungen, z.B. für Kfz-Werkstatt-Termine, machen sie vollends zu einer Alibiveranstaltung.

"Eine Umweltzone, die niemandem wehtut, nützt auch niemandem", meint dazu Werner Behrendt, Verkehrsaktivist von ROBIN WOOD Bremen. "Der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske ist Konflikten mit Gewerbe- und Wirtschaftslobby aus dem Weg gegangen und hat ihre Interessen höher gewertet als die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger."

ROBIN WOOD fordert Priorität für den Schutz der Gesundheit aller BürgerInnen in Bremen und Plakettenpflicht für alle motorisierten Fahrzeuge im gesamten Stadtgebiet. Damit erübrigen sich komplizierte und unübersichtliche Ausnahmeregelungen; die Kontrolle und Durchsetzung der Umweltzone werden erheblich einfacher. Zusätzlich würde ein Anreiz zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und zum Kauf schadstoffarmer Fahrzeuge geschaffen.


Quelle: Pressemitteilung von: "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V. vom 29.12.2008